Food Quiche & Tarte

Wildkräuterrezept – Quiche mit Giersch

17/05/2016
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Vor ein paar Wochen ging es für meine Cousine und mich in den Wald. Wir waren verabredet zu einer Wildkräuterführung mit 6 weiteren Teilnehmern. Das Wetter war nicht gerade einlandend: Regen, grau, kalt und windig – trotz allem wollten wir uns die Kräutertour nicht entgehen lassen und haben uns mit Regencape, Stiefeln, einer Themoskanne voll heißem Tee und warmen Klamotten ausgestattet und wagemutig in den Wald gewagt. Vor etwa zwei Jahren hatte ich schonmal eine Führung mitgemacht und innerhalb kürzester Zeit alles vergessen. Ich war also vorgewarnt und hatte zusätzlich noch Kamera, Papier, Stift und Tupperdose im Gepäck.
Die Kräuterführerin erkannte sofort mein Gesicht und den dazugehörigen Familienstamm… Scheint mir auf die Stirn geschrieben zu sein… Nachdem sämtliche Familienverhältnisse geklärt waren, wurden wir herzlich in die Kräuterkunde eingeführt. Es waren wohl alle auf eine längere Wanderung gefasst, bei der angepeilten Kursdauer von 3 Stunden. In Wahrheit haben wir uns 1 Stunde lang in einem Umkreis von 500m bewegt und hier alle Kräuter der heutigen Führung kennengelernt.
Essbare Unkräuter
Beginnend bei dem, was man wohl auch ohne Lehrgang kennt: der Brennnessel. Zum ersten mal habe ich mich nicht von der Pflanze stechen lassen, sondern gelernt, sie richtig zu ernten. Nur die oberen Blätter und diese von unten gegriffen. Dicht daneben stand die Knoblauchrauke, die, wie ihr Name schon sagt, nach Knoblauch riecht, wenn man die Blätter zwischen den Fingern reibt. Sie kann ähnlich wie Bärlauch eingesetzt werden und wenige Blätter reichen schon für eine angenehme Würze.
Wir kommen keine zwei Schritt weit, bis die nette Kräuterführerin begeistert wieder stehen bleibt und uns die nächste Pflanze zeigt, die wir alle wohl als Unkraut abgetan hätten. Gundermann nennt sich das Kraut. Passt hervorragend zu Kartoffelsuppe oder Kräuterquark. Es folgen Schabockskraut, wilde Kresse, Goldnessel, Spitzwegerich, ziemlich bittere Schafgabe, diverse Ampfer-sorten, wilder Feldsalat, Waldmeister, Wiesenlabkraut und das einzige was ich aus meiner ersten Führung noch gut im Gedächtnis hatte: Girsch. Dieses Kraut sollte wohl fast jedem Kleingärtner ein Begriff sein, macht es sich doch gerne im Garten breit und wird als lästiges Unkraut bekämpft. Tatsächlich schmeckt es aber hervorragend und gehört zu den wenigen Wildkräutern neben Brennnessel, welches man auch in größeren Mengen essen kann.
Während wir alles wissbegierig in uns aufsaugten, fluchte unsere Führerin immer wieder über das Wetter, dass sich wirklich nicht von seiner besten Seite zeigte. Die Finger von allen Teilnehmern waren rot vor Kälte und alle bibberten vor sich hin. Als die Kräuterführerin verkündete, dass sich die Führung langsam den Ende neige und wir uns auf den Weg zur Hütte machen sollten, war die Freude groß, als wir erfuhren, dass dort eine heiße Suppe auf uns wartet. Cousinchen und ich hatten völlig überlesen, dass es noch eine Verkostung am Ende der Führung geben würde und waren total gespannt, wie denn wohl die neu erkundeten Kräuter schmecken würden.
Die Verkostung
Frau Kräuterführerin hatte aber nicht nur eine Suppe (Kartoffelsuppe mit Wildkräutern) im Gepäck, sondern auch selbstgebackenes Brot, zweierlei selbstgemachte Kräuterbutter, selbstgemachte Limonade, handmade Pesto & Dip, sowie Löwenzahlgelee und zum krönenden Abschluss Rhabarberstreuselkuchen und heißen Kaffee. Wir starteten mit der Ingwer-Zitronen Limonade und waren so von den Socken, dass wir es kaum abwarten konnten auch die Suppe zu probieren, die gerade in die Porzellanteller auf der Picknickstelle im Wald ausgeschöpft wurden. Unsere Kräuterführern, so muss man wissen, ist eine kleine Perfektionistin, die deshalb so über das Wetter zeterte, weil wir unter freiem Himmel saßen und sie von vorne bis hinten alles geplant hatte – auch die weißen Tischdecken! Zum Glück verzog sich der Regen als wir am Picknickort ankamen und so konnten wir, gebettet auf Decken und Handtüchern die ganzen Köstlichkeiten probieren. Ist ja klar, dass wir nichts ausgelassen haben. Denn die Frau war nicht nur Kräuterführerin, sondern auch Köchin. Es schmeckte alles hervorragend uns sämtliche Teilnehmer fragten regelmäßig nach der Zubereitung, aber wie das bei guten Köchen nunmal so ist, sie verraten ihre Rezepte nur ungern und so haben wir nur bruchstückhaft einzelne Zutaten aus ihr rausbekommen. Ich werde in jedem Fall versuchen die Limonaden, das Pesto, Kräuterbutter und Suppe so oder in ähnlicher Form nachzukochen. Ihr dürft euch also auf neue Rezepte freuen. Heute gibt es aber erstmal ein Quiche Rezept von Mama, zubereitet mit den frisch auf dem Heimweg gesammelten Wildkräutern:

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Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingGoldnessel:Lippenblütler, gelbe Blüten, ei- bis leicht herzförmige Blätter mit gezähntem Rand

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, Frühling    Gundermann: Lippenblütler, Blattform herz- bis nierenförmig, typisch ist der aromatische Geruch. Passt gut in Kartoffelsuppe, Kräuterbutter und als Würze im Salat. Die Blüten sind essbar und eine schöne Salatdekoration.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingVogelmiere: Die Blätter der Pflanze passen gut zu Suppen, Salaten und im Kräuterquark. Eindeutiges Merkmal: Beim auseinanderziehen des Stils, erkennt man in dem Stiel weiße Fäden, die wie ein Stiel im Stiel wirken.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingSauerampfer: säuerlicher Geschmack, Blätter am besten nur so lange sammeln, so lange sie noch grün sind, danach steigt der Oxalsäuregehalt und irritiert den Magen. Passt gut zu Blattsalaten, als Spinat oder in Kräuterquark.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingWiesenlabkraut: milder Geschmack, eigenet sich als Salatgrundlage, als Smoothiebeigabe oder als Spinat gekocht. Verwendet werden die oberen Spitzen, auch die Blüten können mitverwendet werden.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingKnoblauchsrauke: Kreuzblütler, Blätter riechen beim zerreiben nach Knoblauch, daher der Name, nierenförmige Laubblätter die oben immer spitzer werden, weiße Blüten. Passt gut in Knoblauchbutter oder würzige Beigabe in Suppen, Soßen und Gemüse- sowie Fleischzubereitungen.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingGiersch: Junge Blätter verwenden, sehr lecker, auch in größeren Mengen verträglich z.B. im Salat, als Spinat, als Pesto, als Blätterteigfüllung, auf Pizza, etc.

Food, Rezept, Essen, Frankfurt, Foodfotografie X Hauptspeise, Quiche, Wildkräuter, Wildkräutertour, Bericht, Healthy, FrühlingWiesenschaumkraut: würziges Kressearoma. Blätter und Blüten essbar und bestens als Dekoration oder als Beigabe im Salat, Suppe oder Quark.

Wildkräuter-Quiche Rezept

Zutaten:
75g weiche Butter
100g Mehl
2 EL kaltes Wasser
Salz
Pfeffer
1 EL geriebener Emmentaler Käse
1/2 Knoblauchzehe
Für den Belag:
250g gekochter Schinken in etwa 1,5cm dicken Scheiben
50g milder roher Schinken
2-3 Zwiebeln
reichlich frische Kräuter nach Jahreszeit
1 1/2 Knoblauchzehen
4 Eier
Pfeffer
Salz
100g geriebener Emmentaler Käse
100g Sahne
Zubereitungszeit:50 Minuten
Ruhezeit für den Teig:1 Stunde
Backzeit:1 Stunde und 10 Minuten
Die weiche Butter in einer Teigschüssel mit dem Mehl verkneten. Das kalte Wasser zugeben, salzen, pfeffern und den geriebenen Käse untermischen. Den Knoblauch in den Teig quetschen. Den Teig eine Stunde an einem kühlen ort ruhen lassen. Inzwischen für den Belag die beiden Schinkenarten feinwürfeln, die Zwiebeln schälen und hacken und die Knoblauchzehen schälen und quetschen. Die Zwiebeln, den Schinken, die Kräuter und den Knoblauch in einer Schüssel vermengen und beiseite stellen. Die Eier aufschlagen und in eine andere Schüssel geben. Salzen, pfeffern. Den Käse dazugeben und verrühren. Die Sahne unterziehen. Den Teig nach der Ruhezeit mit den Fingern ganz flach drücken und in eine Quicheform legen. Einen Rand hochziehen. Die Form auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und den Teig bei 200 Grad 10 Minuten vorbacken. Die Schinken-Kräutermischung darauflegen, die Eier mit dem Käse und der Sahne darübergiessen. Auf der mittleren Schiene wieder in den Ofen schiebenund bei 180Grad 1 Stunde lang backen (eventl. die erste halbe Stunde mit Alufolie abdecken,damit der Käse nicht verbrennt). Warm servieren

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2 Comments

  • Reply Kräuterfeld 18/06/2017 at 5:59 pm

    So ein toller Beitrag!! 🙂

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