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Die Reise ins Unbekannte

06/02/2015
Veränderungen

Veränderungen

So schön das Leben ist, manchmal kann es einem ganz schön Angst machen und man möchte sich unter seiner Decke verstecken, nochmal 7 Jahre alt sein und die einzige Sorge haben, dass man sein Pausenbrot über die Ferien im Rucksack vergessen hat.

Umso älter man wird, umso mehr Verantwortung kommt auf einen zu, umso mehr bürokratische Schreiben flattern ins Haus, von denen man noch nicht mal die Überschrift versteht. Ich bin ein sicherheitsliebender Mensch und plane alles bis ins kleinste Detail. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb springe ich kopfüber ins Abendteuer, reiße meine mit Liebe eingerichteten Zelte ab und stürze mich ins Ungewisse. Bei dem Gedanken an die Zukunft im Jahr 2015 erscheint ein großes Nichts. Könnte ich meine Zukunft googeln, ständen das mehrere hundert Vorschläge mit Dingen wie Selbstständigkeit, Doktorarbeit, Festanstellung… Scheitern… Und auf Platz eins steht: Risiko. Manche lieben das Risiko, ich vermeide es so gut es geht.

Es gibt einen Plan A, einen Plan B, einen Plan C und Notfallplan D – aber keiner fühlt sich nach Sicherheit und gleichzeitig richtig an. Erstmal kommt das große Nichts. Ich habe meinen sicheren Job an den Nagel gehängt und verlasse Köln. Denn Home ist nunmal where your heart is – und das ist nunmal nicht in Köln… Nach sechs Jahren Fernbeziehung steht die Entscheidung für mich fest: Schluss mit Sehnsucht, her mit trauter Zweisamkeit. Es war keine spontane Entscheidung, denn Spontaneität und ich sind ähnlich gute Freunde wie das Risiko und ich.
Die Entscheidung steht schon seit über einem Jahr, eigentlich schon seit dem ich nach Köln gezogen bin. Immer hieß es: „Ich gehe nur zum studieren nach Köln.“ Jetzt ist das Studium schon eine Weile vorbei und der Tag x rückt immer näher. Umso näher er kommt, umso mehr Zweifel machen sich breit und man möchte bitte die Reward Taste drücken. Auf einmal ist das Großstadtleben doch nicht so schlecht, die Ferne irgendwie auszuhalten und was macht man nur ohne die liebgewonnen Freunde. Die Bequemlichkeit verbündet sich mit der Angst und verstreut Zweifel. Zweifel ob das was man sich vorgenommen hat, wirklich so wichtig und toll ist. Und was sagt eigentlich die Vernunft?! Ja die stellt sich schön auf die Seite von Angst und Bequemlichkeit. Aber ich möchte in zehn Jahren nicht bereuen etwas nicht getan zu haben. Zwischen Bequemlichkeit und Fortschritt entscheide ich mich für letzteres. Ich habe schließlich Abitur und Diplom, ein Studium in Höhe von 30.000 selbst finanziert, ich habe Projekte geleitet & betreut, bin alles andere als faul und in Zeitmanagement & Organisation macht mir so schnell keiner was vor. Und trotzdem fühle ich mich im Moment eher wie ein 8 jähriges Kind statt wie 28 jährige Erwachsene.
Ich möchte den Briefkasten leeren, die Briefe Mama in die Hand drücken „Mama hier die Post“ und in mein Zimmer verschwinden.
Der Satz: Genieß deine Schulzeit, sie ist die schönste Zeit im Leben“ ergibt auf einmal Sinn und ist nicht mehr nur ein Satz von den Erwachsenen die keine Ahnung haben…

Das Ungewisse macht uns Angst und das einzige was gegen plötzlich aufkommende Panikattacken hilft: Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern aktiv an der Zukunft arbeiten. Sich informieren, sich durch Formalitäten quälen, Hilfe holen und nochmal Plan A,B,C und D raussuchen und ein bisschen gut zureden, dass alles gut wird und man es bis jetzt immer irgendwie geschafft hat. Man soll sein Leben schließlich nicht träumen, sondern seine Träume leben. Und dazu gehört meist eine große Portion Risiko.

Soviel Zweifel mich auch im Moment begeleiten, so sehr freue ich mich auch auf das was kommt. Ich freue mich, dass aus einer Fernbeziehung nun endlich traute Zweisamkeit werden kann, darauf, dass ich meine Familie wieder um mich habe. Ich freue mich auf meinen neuen Job und neue Aufgaben. Ich freue mich, dass mein Wecker nicht mehr um 3:30 Uhr klingelt sondern um 7 Uhr, ich freue mich, die Natur wieder vor der Tür zu haben. Und immerhin vergesse ich mein Pausenbrot nicht mehr im Rucksack…

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